Film & Kunst

März bis Juli 2024

Film ist Kunst. Und kann als Kunst von Kunst erzählen, kann Kunst dokumentieren, kann Kunst (be)greifbar machen. Der Film und die Bildende Kunst befruchten sich schon immer gegenseitig, und schon immer können beide Kunstgattungen voneinander profitieren. Das Kino nimmt Bezug auf die Bildwelten der Kunstgeschichte; und in der zeitgenössischen Kunst ist das Einbeziehen von Fotographie und Film längst selbstverständlich geworden. Bereits seit 2008 kooperieren die Kunsthalle Mannheim und das Cinema Quadrat mit der Veranstaltungsreihe „Film & Kunst“. Beide Kultureinrichtungen haben wieder gemeinsam Filme ausgewählt, die sich mit der Kunst, mit dem Leben und Werk von bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten beschäftigen. Im Fokus steht der Dialog zwischen Kunst und Film. Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim arbeiten die Berührungspunkte zwischen dem künstlerischen Werk der Protagonisten und der filmischen Bearbeitung des Themas heraus. In Kurzvorträgen vor den Filmvorführungen werden die Verbindungen beider Gattungen deutlich. Die Filme werden immer im Cinema Quadrat und immer in optimaler digitaler Form präsentiert.

Donnerstag, 17.04.2025 19:30 Uhr

Johnny and Me – Eine Zeitreise mit John Heartfield

Filmreihe: Film & Kunst

DEU/CHE/AUT

2023

Regie Katrin Rothe

Cast Dokumentarfilm/Animationsfilm

Spielzeit 104 Min.

FSK 12

Termine

17.04.2025 19:30 Uhr Ticket kaufen

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Dr. Dorothee Höfert

„Für John Heartfield war Kunst eine Waffe“ – dieser Satz aus dem Film beschreibt die Haltung dieses jungen, talentierten Künstlers in der Weimarer Republik, der als Antifaschist mit seinen Zeichnungen, Foto-Montagen und Gemälden gegen das Erstarken der NSDAP und den Aufstieg Hitlers kämpfte. Geboren 1891 als Helmut Herzfeld in Berlin-Schmargendorf, änderte er 1916 seinen Namen, um mitten im Krieg gegen den deutschen Nationalismus zu protestieren. Seit 1918 war er Mitglied der KPD, gestaltete Plakate und Propagandamaterial für den Wahlkampf der Kommunisten und prangerte die Verbindung von Kapital und Politik an, die auch Hitlers Aufstieg ermöglichte. Zusammen mit seinem Bruder Wieland gründete er den Malik-Verlag mit angeschlossener Kunsthandlung und publizierte neben den Kunst-Mappen von George Grosz auch politische Essays und sozialkritische Romane u.a. von Maxim Gorki, Upton Sinclair und Oskar Maria Graf. 1933 ging er ins Exil und lebte ab 1950 bis zu seinem Tod in der DDR. Der Film nähert sich John Heartfield, dem Meister der Collage, in einer attraktiven Montage aus Spielszenen, historischen Dokumenten und verschiedenen Animationstechniken.

Donnerstag, 08.05.2025 19:30 Uhr

E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer

Filmreihe: Film & Kunst

CHE

2024

Regie Beatrice Minger

Cast Dokumentarfilm mit Spielszenen mit Natalie Radmall-Quirke, Axel Moustache, Charles Morillon

Spielzeit 94 Min.

Fassung: Englisch-französisch mit deutschen Untertiteln

Termine

08.05.2025 19:30 Uhr Ticket kaufen

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Dr. Peter Bär

Die in Irland geborene Eileen Gray (1878 – 1976) gehört zu den wichtigsten Architektinnen und Designerinnen des 20. Jahrhunderts; so werden u.a. ihr eleganter runder Glastisch und ihre Stab-Leuchte bis heute produziert. 1929 baut sie gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Jean Badovici an der französischen Riviera ein Haus dicht am Meer und entwirft dafür auch das gesamte Mobiliar. Das Haus wird zum Gesamtkunstwerk und findet großen Beifall. Eine ausführliche Reportage in einer Fachzeitschrift lockt viele Interessierte an, aber Gray verlässt das Haus zwei Jahre später. Zu ihrem Freundeskreis gehören auch der Maler Fernand Léger und der Stararchitekt Le Corbusier. Dieser malt das Haus – nur mit Zustimmung von Badovici – mit großformatigen Wandbildern aus, was Gray als unzumutbaren Eingriff in das Gesamtkunstwerk ihres Hauses erlebte. Später wurde das Haus selbst sogar als Werk von Le Corbusier betrachtet und Eileen Gray als Urheberin fast vergessen. Der Dokumentarfilm rückt die Fakten zurecht und bietet ein Porträt einer faszinierenden Künstlerin, die die Formvorstellungen des 20. Jahrhunderts stark geprägt hat.

Donnerstag, 12.06.2025 19:30 Uhr

Foto: Ostkreuz

Filmreihe: Film & Kunst

DEU

2015

Regie Maik Reichert

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 89 Min.

Termine

12.06.2025 19:30 Uhr Ticket kaufen

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Einführung: Christina Bergemann, M.A.

Die erfolgreichste deutsche Fotoagentur „Ostkreuz“ wurde nach der Wende 1990 in Berlin gegründet. Vorbild war die weltberühmte Fotoagentur „Magnum“ in Paris – und der Anspruch an die Fotoqualität von „Ostkreuz“ entsprechend hoch. Die sieben anfänglichen Mitglieder, unter ihnen Ute und Werner Mahler, Sybille Bergemann und Harald Hauswald, waren bereits in der ehemaligen DDR mit der Kamera unterwegs; sie haben den sozialistischen Alltag dokumentiert, haben coole Fotos für „Sibylle“ (die einzige Mode-Zeitschrift der DDR) geliefert und immer wieder den Alltag der Menschen auf der Straße, in der Fabrik, im Büro und in privaten Räumen festgehalten. Auch im vereinten Deutschland liegt der Schwerpunkt der Agentur bis in die Gegenwart auf der Dokumentarfotografie. Die Zeit der Wiedervereinigung, die Ähnlichkeiten und die Unterschiede zwischen Ost und West werden in den Fotos deutlich, aber auch die jeweils eigene gestalterische Herangehensweise der bedeutendsten Mitglieder der Agentur und ihre Vorliebe für Schwarz-Weiß-Aufnahmen kommen im Film nicht zu kurz.

Donnerstag, 17.07.2025 19:30 Uhr

Die Tänzerin

Filmreihe: Film & Kunst

FRA

2016

Regie Stéphanie di Giusto

Cast SoKo, Gaspard Ulliel, Mélanie Thierry, Lily-Rose Depp

Spielzeit 112 Min.

Fassung: Deutsche Fassung

FSK 12

Termine

17.07.2025 19:30 Uhr Ticket kaufen

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Dr. Peter Bär

Die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller (1862 – 1928) hat um die Jahrhundertwende beeindruckende Choreographien aus fließenden Bewegungen, wehenden Stoffen und farbigem Licht erfunden. Ihr „Serpentinentanz“ wurde mit der Film-Kamera festgehalten und gehört zur Pioniergeschichte des Kinos. Sie ließ in die Ärmel ihrer Gewänder dünne Stäbe einnähen, um Stoffbahnen mehrere Meter hoch über die Bühne zu wirbeln – eine ungeheure körperliche Anstrengung. Sie imprägnierte die Seidenstoffe ihrer Kostüme mit fluoreszierenden Salzen und verwandelte damit ihre Tänze in ein leuchtendes Spektakel. Ob Shakira oder Red Hot Chilli Peppers, ob William Kentridge oder Taylor Swift – bis heute wird ihr exaltierter Körpereinsatz von Künstlerinnen und Künstlern aufgegriffen und weiterentwickelt. Nicht nur auf der Bühne, auch privat akzeptierte Loïe Fuller keine Konventionen und lebte ihre lesbische Beziehung ganz offen aus. Der Spielfilm zeichnet, wenn er sich auch als Biopic einige Freiheiten erlaubt, dennoch die wichtigen Lebensstationen der gefeierten Tänzerin glaubwürdig nach.

Samstag, 02.08.2025 21:30 Uhr

Pollock

Sommerkino Open Air

Filmreihe: Film & Kunst

USA

2000

Regie Ed Harris

Cast Ed Harris, Marcia Gay Harden, Jennifer Connelly, Tom Bower, Bud Cort, Val Kilmer, Amy Madigan

Spielzeit 119 Min.

Fassung: Deutsche Fassung

FSK 12

Termine

02.08.2025 21:30 Uhr

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Open Air-Vorstellung – bei schlechtem Wetter im Kinosaal

Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / 7 € erm. / 6 € Mitglieder Cinema Quadrat e.V.

Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthistorikerin

Jackson Pollock begründete das Action-Painting: Bei ihm stand der Fertigungsprozess des Kunstwerks im Vordergrund – einige seiner Bilder schuf er mittels furioser, tänzerischer Bewegungen, bei denen er die Farbe aus einem Behälter auf die am Boden ausgebreitete Leinwand schleuderte. Ed Harris, der zugleich Regie führte und mit vollem Körpereinsatz die Hauptrolle übernahm, zeichnet mit seinem Spielfilm ein lebendiges Porträt dieses Künstlers des abstrakten Expressionismus, der Anfang der 50er Jahre zum Star avancierte und 1956 bei einem Autounfall ums Leben kam. Der Maler beeinflusste nicht nur die Kunst seines Heimatlandes, sondern auch die europäische Szene der Nachkriegsjahre.

Alkoholismus und psychische Probleme führten dazu, dass er viele seiner Werke selbst zerstörte. Der Film zeigt die zwiespältige Persönlichkeit des Malers, der seinen Erfolg nicht zuletzt seiner Lebensgefährtin Lee Krasner verdankt, die hervorragend von Marcia Gay Harden gespielt wird. Figuren wie die Sammlerin Peggy Guggenheim, der Kunstkritiker Clement Greenberg oder der Künstler Willem de Kooning vermitteln im Verlauf des Films ein wichtiges Kapitel der amerikanischen Kunstgeschichte – „mit viel Gespür, Hingabe und unaufdringlichen Bildern erzählt.“ (Spiegel)

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