Film & Kunst

Eine Kooperation von Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim

Film ist Kunst. Und kann als Kunst von Kunst erzählen, kann Kunst dokumentieren, kann Kunst (be)greifbar machen. Der Film und die Bildende Kunst befruchten sich schon immer gegenseitig, und schon immer können beide Kunstgattungen voneinander profitieren. Das Kino nimmt Bezug auf die Bildwelten der Kunstgeschichte; und in der zeitgenössischen Kunst ist das Einbeziehen von Fotographie und Film längst selbstverständlich geworden.

Bereits seit 2008 kooperieren Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim mit der Veranstaltungsreihe „Film & Kunst“. Beide Kultureinrichtungen wählen gemeinsam Filme aus, die sich mit der Kunst, mit dem Leben und Werk von bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten beschäftigen. Im Fokus steht der Dialog zwischen Kunst und Film. Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim arbeiten die Berührungspunkte zwischen dem künstlerischen Werk der Protagonisten und der filmischen Bearbeitung des Themas heraus.

In Kurzvorträgen vor den Filmvorführungen werden die Verbindungen beider Gattungen deutlich.

Donnerstag, 19.02.2026 19:30 Uhr

Kusama: Infinity

Filmreihe: Film & Kunst

USA

2018

Regie Heather Lenz

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 77 Min.

Fassung: Englisch-japanisch mit deutschen Untertiteln

FSK 6

Termine

Große und kleine Punkte aus Farbe und aus Licht, wohin man schaut – auf Leinwänden, auf Gegenständen, auf menschlichen Körpern: Das ist die Kunst von Yayoi Kusama (geb. 1929). Man kann sich ihrem faszinierenden malerischen Kosmos aus flirrenden, farbigen Punkten kaum entziehen. Längst hat sie durch ihre Polka Dots und „Unendlichkeits-Spiegelräume“ internationalen Kultstatus erreicht. Kusama erlernte traditionelle japanische Malerei, interessierte sich aber auch für westliche zeitgenössische Kunst. Sie besuchte die US-amerikanische Malerin Georgia O’Keeffe, auf deren Bilder sie zufällig in einem Buch gestoßen ist, verbrannte einen Großteil ihrer eigenen Bilder und brach 1958 nach New York auf. Seit ihrer Kindheit wird sie von Psychosen und Halluzinationen gequält. 1977 wies sie sich selbst in eine psychiatrische Klinik in Japan ein, wo sie bis heute lebt und arbeitet. „Ich gebe Dingen, vor denen ich Angst habe, eine Form – und wiederhole diese Form dann tausendfach“, erklärt sie. „Auf diese Weise verwandle ich unangenehme Gefühle in Affinität und kontrolliere die Angst. Das ist meine Kunst der Obsession.“

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Alessia Tardivo, Kunsthalle Mannheim

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Donnerstag, 19.03.2026 19:30 Uhr

Wolfgang Laib – Here, Now and Far Beyond

Filmreihe: Film & Kunst

DEU

2023

Regie Maria Anna Tappeiner

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 80 Min.

FSK k. A.

Termine

19.03.2026 19:30 Uhr Ticket kaufen

Wolfgang Laib (*1950) muss ein sehr geduldiger Mensch sein – er sammelt jedes Frühjahr die Blütenpollen z.B. von Löwenzahn oder Haselnuss, um mit den so gewonnenen natürlichen Farbpartikeln intensiv leuchtende, gelbe Flächen auszulegen. Allein schon diese höchst ungewöhnliche Praxis sorgte seit den 1970er Jahren für Aufsehen in der Kunstwelt. Schon früh prägten östliche Philosophien sein Leben und seine künstlerische Praxis. Laib konzentriert sich seit Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit auf wenige, essenzielle Materialien: Blütenpollen, Bienenwachs, Reis oder Milch, die er in größtmöglicher Einfachheit und zugleich Schönheit präsentiert – und die sinnliche Präsenz erschließt sich beim Betrachten sofort. Seine Arbeiten berühren philosophische und erkenntnistheoretische Fragen und ermöglichen eine Besinnung auf das Wesentliche; sie weisen damit weit über ihre physische Präsenz hinaus. „Wiederholung und Reihung waren für mich immer sehr essenziell. Ich sehe darin eine unglaubliche Potenzialität und Kraft.“ (Wolfgang Laib)

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Alessia Tardivo, Kunsthalle Mannheim

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Donnerstag, 23.04.2026 19:30 Uhr

Manche mögen’s falsch

Filmreihe: Film & Kunst

DEU

2025

Regie Stanislaw Mucha

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 90 Min.

Fassung: Chinesisch mit deutschen Untertiteln

Termine

23.04.2026 19:30 Uhr

In der südchinesischen Stadt Dafen entstehen täglich unzählige Meisterwerke neu, denn tausende Maler kopieren die Ikonen der europäischen Kunstgeschichte von Rembrandt bis Monet, von van Gogh bis Gerhard Richter; sie und ihre Familien leben, schlafen und träumen inmitten der Bilder. So trocknen van Goghs „Sonnenblumen“ im Dutzend auf einem Balkon, und auf einem anderen hängen die fertigen Kopien nach Gemälden von Gerhard Richter. Ein Richter für 30 Euro, ein kleiner van Gogh für 45, Monets Seerosen für 120, Rembrandts Selbstporträts für 150 – natürlich ist auch das Lächeln der Mona Lisa zu haben. Jährlich verlassen über 10 Millionen Bilder die Ateliers von Dafen – die Großbestellungen gehen nach Europa und Amerika. Was Supermärkte und Möbelhäuser im Westen zum vielfachen Preis feilbieten, ernährt in dieser Stadt eine ganze Riege von Kunstmalern und ihren Familien. Die Kopierarbeit gemäß Nachfrage und Auftrag ist ein Beispiel für den globalisierten Kunst-Kommerz. Doch wer sind die Menschen, die diese kunstvollen Kopien erschaffen? Regisseur Stanislaw Mucha erzählt ihre Geschichte voller Respekt und Humor.

Zusatzinformation nur zu dieser Vorstellung

Einführung: Dr. Peter Bär, Cinema Quadrat

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Donnerstag, 21.05.2026 19:30 Uhr

Drei Frauen – Ein Krieg

Filmreihe: Film & Kunst

DEU/ITA

2020

Regie Luzia Schmid

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 106 Min.

Fassung: Deutsch-englisch mit deutschen Untertiteln

FSK k. A.

Termine

21.05.2026 19:30 Uhr

Drei Fotografinnen waren die ersten Frauen, die im Zweiten Weltkrieg den Mut hatten, direkt vom Frontgeschehen zu berichten und den Krieg der Alliierten gegen die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten mit der Kamera festzuhalten: Martha Gellhorn (1908-1998), Margaret Bourke-White (1904-1971) und Lee Miller (1907-1977). Alle drei Frauen hatten schon vor ihren Einsätzen in Europa erfolgreich als Fotoreporterinnen und Journalistinnen für verschiedene Magazine gearbeitet. Luzia Schmid hat ihnen mit ihrem Dokumentarfilm ganz bewusst ein Denkmal gesetzt und lässt das Grauen des Krieges ausschließlich aus der Perspektive ihrer drei Protagonistinnen deutlich werden. Die Regisseurin nutzt dafür erhaltene Fotos, Reportagen, Briefe und Tagebucheinträge der drei berühmten Fotografinnen und bettet diese beeindruckenden historischen Zeugnisse mit großer Sorgfalt in offizielles Filmmaterial der Alliierten ein. Martha Gellhorn, Margaret Bourke-White und Lee Miller kommen im Film auch selbst zu Wort, erzählen von ihren bleibenden Eindrücken aus einem völlig zerstörten Europa.

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Einführung: Prof. Dr. Claude W. Sui, Präsident der Deutschen Fotografischen Akademie

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Donnerstag, 18.06.2026 19:30 Uhr

The Mies van der Rohes – A Female Family Saga

Filmreihe: Film & Kunst

CHE

2023

Regie Sabine Gisiger

Cast Dokumentarfilm mit Spielszenen mit Katharina Thalbach

Spielzeit 81 Min.

FSK k. A.

Termine

18.06.2026 19:30 Uhr

Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer der wichtigsten Protagonisten modernen Bauens im 20. Jahrhundert und wurde zu Lebzeiten für seine neuartigen Stahlstrukturen und großflächigen Verglasungen berühmt. Der Film zeichnet aber nicht das Leben dieses Architekturstars nach, sondern widmet sich seiner Frau Ada, seinen drei Töchtern Georgia, Marianne und Waltraut und seiner Partnerin Lilly Reich. Sie alle bleiben 1938 in Deutschland bzw. Europa zurück, als der politisch nicht angepasste Ehemann, Vater und Vorgesetzte Mies in die USA geht, um sich den zunehmenden Repressionen durch die Nationalsozialisten zu entziehen. Im Film spielt Katharina Thalbach die Tochter Georgia van der Rohe, die sich als Tänzerin und Schauspielerin einen Namen machte. Sie berichtet von einem familiären Leben, in dem sich alles um den in der Öffentlichkeit stehenden Vater drehte. Die Regisseurin, Sabine Gisiger, gestaltet den Film mit Hilfe von fiktiven Interviews, die ausschließlich auf authentischen Aussagen beruhen, ergänzt von privaten, unveröffentlichten Filmausschnitten, Bildern und Dokumenten.

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Einführung: Nina Pfister, Kunsthistorikerin, Cinema Quadrat

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Donnerstag, 16.07.2026 19:30 Uhr

Dieser Film ist ein Geschenk

Filmreihe: Film & Kunst

AUT

2019

Regie Anja Salomonowitz

Cast Dokumentarfilm

Spielzeit 72 Min.

FSK k. A.

Termine

16.07.2026 19:30 Uhr

Nach seiner ersten Karriere als klassischer Tänzer gründete Daniel Spoerri (1930-2024) in Paris zusammen mit Yves Klein, Jean Tinguely und anderen befreundeten Künstlern und Künstlerinnen 1960 die Gruppe der Nouveaux Réalistes und entwickelte sich zu einem prägenden Vertreter der Objektkunst. Mit seinen „Fallenbildern“, in denen er die Spuren eines Mahls mit Tellern, Gläsern und Essensresten mit der Tischplatte verklebte und senkrecht an die Wand hängte, wurde er berühmt. Daniel Spoerri sammelte darüber hinaus alle möglichen Alltagsgegenstände und arrangierte sie in neuen Zusammenhängen. Die Regisseurin Anja Salomonowitz folgt Spoerris Idee vom Dasein als einem ständigen Kreislauf und berührt dabei auch Fragen zur jüdischen Identität. „Eigentlich ist es ein Film über einen Gedanken von Daniel Spoerri: ein Film fast ohne Daniel Spoerri, eigentlich wird er meistens von einem Kind nachgespielt – um nicht weniger zu sagen, als dass alles immer irgendwie weitergeht im Leben, auch wenn man dazwischen mal stirbt.“

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Einführung: Christiane Wichmann, Kunsthalle Mannheim

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