23. bis 28. Oktober 2026
Zum 29. Mal geht Cinema Italia! auf große Filmtournee: Es laufen fünf ebenso interessante wie unterhaltsame aktuelle Produktionen aus (und über) Italien: Ein Neunjähriger aus Norditalien lernt Sizilien kennen; beim 75-Jährigen ziehen Tochter inkl. Enkelkinder ein; eine zusammengewürfelte Truppe wandert durch den Appenin; ein Ex-Paar verarbeitet die Trennung; und eine Frau muss in die Heimat zurückkehren, um sich um ihren älteren autistischen Bruder zu kümmern. Dazu läuft der Klassiker „Gewalt und Leidenschaft“ von Luchino Visconti zum 50. Todestag.
Die Filme bieten unmittelbare Eindrücke in Kultur und Gesellschaft Italiens – natürlich im Original mit deutschen Untertiteln.
Cinema Italia! steht unter der Schirmherrschaft der Italienischen Botschaft in Deutschland.
Weitere Informationen: www.cinema-italia.net
Der neunjährige Nico wird von seinen Eltern aus Norditalien für einen Monat nach Sizilien zu seiner Großtante Gela geschickt. Für Nico ist der Ortswechsel ein Schock: Die Tante wirkt uralt und keineswegs freundlich, lebt allein in einer riesigen Wohnung ohne WLAN und Klimaanlage, ist überaus religiös und setzt ihm seltsame sizilianische Speisen vor. Das ganze Haus scheint aus der Zeit gefallen, und im obersten Stockwerk sollen Geister spuken…
Ein Sommer voller Ängste und Entdeckungen, aber auch voller Abenteuer, Erfolge und Verluste – ein Sommer, nach dem nichts mehr sein wird wie zuvor. Warmherzig und mit sicherer Balance von Witz und Drama erzählt gewann Margherita Spampinatos Erstlingsfilm den italienischen Filmpreis David di Donatello als bestes Debüt des Jahres, und die 82jährige Aurora Quattrocchi wurde beim Festival von Locarno als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Regisseurin Margherita Spampinato über ihren Film:
Mit der für Kinder typischen Neugier bringt Nico Unordnung, stellt unpassende Fragen, stöbert in Erinnerungen, verunsichert seine ältere Tante und bringt sie dazu, ihm ein Geheimnis zu verraten, das sie noch nie jemandem anvertraut hat: den Verlust einer damals verbotenen Liebe, der sie tief geprägt und sie dazu gebracht hat, sich zu isolieren. Der Film hinterfragt, was trotz der rasanten Entwicklung der heutigen Welt universell und unveränderlich bleibt, und betont die Bedeutung des Austauschs zwischen verschiedenen Generationen und Welten als wichtigen Anreiz, andere und damit auch uns selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=3
Der 75jährige Gianni genießt seinen komfortablen Ruhestand. Doch das dolce vita des ehemaligen Lehrers wird abrupt gestört, als plötzlich seine Tochter Sofia vor der Tür steht, im Gepäck eine handfeste Ehekrise und zwei lebhafte Enkelkinder. Die drei ziehen bei ihm ein und stellen Giannis Leben völlig auf den Kopf. Und dann unternimmt auch noch Sofias deutscher Ehemann Helmut reumütig einen 1500 km langen Fußmarsch von Heidelberg nach Rom, um seine Frau zurückzugewinnen!
Eine neue charmante und leichtfüßige Komödie von und mit Gianni Di Gregorio, dem ungewöhnlichsten Multitalent des italienischen Kinos, der erst im Alter von 60 Jahren mit seinem vielumjubelten Regiedebut DAS FESTMAHL IM AUGUST (2008) durchstartete, stets als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Ein überraschender Besetzungscoup ist der deutsche Film- und Serienstar Tom Wlaschiha (GAME OF THRONES, SCHWARZES GOLD) als Sofias untreuer Ehemann.
Regisseur Gianni Di Gregorio über seinen Film:
Es gibt eine Sache, auf die wir Menschen offenbar nicht verzichten können: die Familie. Was gibt es denn Schöneres als die Familie? Und was gibt es Anstrengenderes als die Familie mit ihrer unermesslichen Last an Liebe, die jeden persönlichen Ehrgeiz, jede Sehnsucht nach Freiheit und Frieden erdrückt? Dieser Film ist der Familie gewidmet und damit der Liebe, dieser Kraft, die uns Dinge tun lässt, von denen wir nie geglaubt hätten, dass wir sie tun könnten, und die uns gleichzeitig zu fleißigen Ameisen, aber auch zu epischen Heldinnen und Helden macht.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=2
In den Bergen des südlichen Apennins steht der älteste Baum Europas, eine über 1200 Jahre alte Loricato-Kiefer. Eine ungewöhnliche Wandergruppe macht sich auf den Weg zu diesem einzigartigen Naturdenkmal: Da ist der etwas mürrische Touristenführer und Ex-Soldat Biagio, sein junger unbedarfter Neffe Luciano und die exzentrische Schauspielerin Raffaela, die einen Theater-Workshop in einem Frauengefängnis leitet. Im Schlepptau hat sie vier Teilnehmerinnen ihres Kurses, die nur noch eine kurze Reststrafe abzusitzen haben.
Regisseur Rocco Papaleo schickt sein bunt gemischtes Figuren-Ensemble auf eine ebenso unterhaltsame wie abenteuerliche Reise zu der berühmten Kiefer als Symbol von Resilienz und Widerstandskraft – und damit auch zu sich selbst. Gedreht wurde in der atemberaubenden Berglandschaft des Naturparks Pollino zwischen Kalabrien und der Basilicata
Regisseur Rocco Papaleo über seinen Film:
Das Filmemachen begeistert mich, und insbesondere IL BENE COMUNE ist ein ehrgeiziges Projekt, da es darauf abzielt, zu vermitteln, wie wichtig es ist, uns alle als gleichwertig anzusehen, allein schon aufgrund der Tatsache, dass wir Menschen sind. Ich habe mir Figuren ausgedacht, die an verschiedenen Ufern leben und Brücken bauen, um zueinander zu gelangen, mit Reisen in ihre Gegenwart und in ihre Geschichten. Die Landschaft des Pollino-Massivs in Kalabrien bildet den Hintergrund für diesen Weg, und die dortige Loricato-Kiefer, der älteste Baum Europas, ist ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Wie immer in meinen Filmen hat die Erzählung einen starken musikalischen, humoristischen und – wenn ich das sagen darf – poetischen Charakter. Das Hauptziel dieses Films war es, die Grenzen zu erkunden, die es zu überwinden gilt, um sich wieder zu finden – zwischen verschiedenen Kulturen, verschiedenen Lebensumständen – und da es sich letztlich auch um einen Unterhaltungsfilm handelt, die Schnittstelle zwischen meinem Geschmack und dem des Publikums zu finden.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=5
Marta und Antonio trennen sich nach sieben Jahren. Er ist ein aufstrebender Meisterkoch, sie Sportlehrerin an einem Gymnasium. Antonio stürzt sich in die Arbeit, merkt aber, dass er Marta trotz eines Techtelmechtels mit einer jungen Restauranthelferin nicht so schnell vergessen kann. Marta unterrichtet weiter, zieht sich aber ganz in sich selbst zurück. Vorsichtige Annäherungsversuche eines Kollegen weist sie ab. Lieber redet sie mit der Pappfigur eines koreanischen K-Pop-Sängers, die sie in ihre Wohnung geschleppt hat, oder schreibt unter Pseudonym im Internet vernichtende Bewertungen über Antonios Restaurant…
Am Anfang und am Schluss ziehen Stare in wirbelnden Schwärmen über den Himmel von Rom. Dazwischen entfaltet sich eine ungewöhnliche und ergreifende Liebes- und Trennungsgeschichte mit vielen überraschenden Wendungen, brillant gespielt von Alba Rohrwacher und Elio Germano. Der erste italienische Film der katalanischen Regisseurin Isabel Coixet ist nebenbei auch ein schönes Porträt von Rom abseits der Touristenpfade. Großes Kino!
Isabel Coixet über ihren Film:
TRE CIOTOLE stellt eine sehr einfache, aber unglaublich komplexe Frage: „Was bedeutet es, wirklich zu leben?“ In der Verfilmung von Tre ciotole, dem letzten Buch von Michela Murgia, haben wir uns auf zwei ihrer Erzählungen konzentriert: die von Marta und die von Antonio. Eine Frau und ein Mann, denen wir genau in dem Moment begegnen, in dem sie sich trennen. Der Film durchläuft alle Phasen menschlicher Beziehungen, die Höhen und Tiefen, die Ängste, die Unsicherheiten. Ich würde mich freuen, wenn die Zuschauer nach dem Film erkennen würden: was auch immer sie in ihrem Leben verwirklichen möchten, jetzt ist der richtige Moment dafür.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=1
Der neunjährige Nico wird von seinen Eltern aus Norditalien für einen Monat nach Sizilien zu seiner Großtante Gela geschickt. Für Nico ist der Ortswechsel ein Schock: Die Tante wirkt uralt und keineswegs freundlich, lebt allein in einer riesigen Wohnung ohne WLAN und Klimaanlage, ist überaus religiös und setzt ihm seltsame sizilianische Speisen vor. Das ganze Haus scheint aus der Zeit gefallen, und im obersten Stockwerk sollen Geister spuken…
Ein Sommer voller Ängste und Entdeckungen, aber auch voller Abenteuer, Erfolge und Verluste – ein Sommer, nach dem nichts mehr sein wird wie zuvor. Warmherzig und mit sicherer Balance von Witz und Drama erzählt gewann Margherita Spampinatos Erstlingsfilm den italienischen Filmpreis David di Donatello als bestes Debüt des Jahres, und die 82jährige Aurora Quattrocchi wurde beim Festival von Locarno als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Regisseurin Margherita Spampinato über ihren Film:
Mit der für Kinder typischen Neugier bringt Nico Unordnung, stellt unpassende Fragen, stöbert in Erinnerungen, verunsichert seine ältere Tante und bringt sie dazu, ihm ein Geheimnis zu verraten, das sie noch nie jemandem anvertraut hat: den Verlust einer damals verbotenen Liebe, der sie tief geprägt und sie dazu gebracht hat, sich zu isolieren. Der Film hinterfragt, was trotz der rasanten Entwicklung der heutigen Welt universell und unveränderlich bleibt, und betont die Bedeutung des Austauschs zwischen verschiedenen Generationen und Welten als wichtigen Anreiz, andere und damit auch uns selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=3
Irene versucht sich in Rom ein neues Leben aufzubauen. Doch dann überredet ihre überforderte Mutter sie, in ihre Heimatstadt Rimini zurückzukehren und sich um Omar, ihren 40-jährigen autistischen Bruder, zu kümmern. Der hat sehr klare Vorstellungen von seiner Zukunft: Er möchte heiraten, drei Kinder haben, weil drei die perfekte Zahl ist, vor allem aber will er unbedingt als Kandidat in die populäre TV-Talentshow „Yes You Can“, um ein großer Rap-Star zu werden. Sowohl für Irene als auch für Omar wird ihr Zusammensein zu einem Crashkurs in Sachen Erwachsen-Werden…
Greta Scaranos gelungener Debütfilm ist eine kluge, überraschend humorvolle und emotionale Filmadaption der authentischen und als Buch veröffentlichten Lebensgeschichte der Geschwister Damiano und Margherita Tercon. Eine echte Entdeckung ist Yuri Tuci, selber autistisch, in der Rolle des Omar. Greta Scarano war vor ihrem Regiedebut erfolgreich als Schauspielerin tätig und ist beim diesjährigen Cinema Italia!-Festival als Hauptdarstellerin in COME TI MUOVI, SBAGLI zu sehen.
Regisseurin Greta Scarano über ihren Film:
Als ich auf die wahre Geschichte von Damiano und Margherita Tercon stieß, war ich buchstäblich wie vom Donner gerührt: mir war sofort klar, dass ich sie als Regisseurin erzählen wollte. Obwohl ich keinen Bruder mit Behinderung habe, bin ich (wie sehr viele Menschen) in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen. Ich wollte, dass das Publikum Irenes Sichtweise versteht, aber dass auch Omars Sichtweise klar und deutlich zum Ausdruck kommt: seine Art, die Welt zu sehen, und die Schwierigkeiten, mit einer Behinderung zu leben und sich ständig mit einer „normalen“ Schwester auseinanderzusetzen. Für mich war entscheidend, dass das Thema Autismus nicht die gesamte Erzählung dominiert, genau wie bei der Hauptfigur Omar, dessen Autismus nur eines von vielen Merkmalen ist, die ihn als Mensch ausmachen.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=4
Der 75jährige Gianni genießt seinen komfortablen Ruhestand. Doch das dolce vita des ehemaligen Lehrers wird abrupt gestört, als plötzlich seine Tochter Sofia vor der Tür steht, im Gepäck eine handfeste Ehekrise und zwei lebhafte Enkelkinder. Die drei ziehen bei ihm ein und stellen Giannis Leben völlig auf den Kopf. Und dann unternimmt auch noch Sofias deutscher Ehemann Helmut reumütig einen 1500 km langen Fußmarsch von Heidelberg nach Rom, um seine Frau zurückzugewinnen!
Eine neue charmante und leichtfüßige Komödie von und mit Gianni Di Gregorio, dem ungewöhnlichsten Multitalent des italienischen Kinos, der erst im Alter von 60 Jahren mit seinem vielumjubelten Regiedebut DAS FESTMAHL IM AUGUST (2008) durchstartete, stets als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Ein überraschender Besetzungscoup ist der deutsche Film- und Serienstar Tom Wlaschiha (GAME OF THRONES, SCHWARZES GOLD) als Sofias untreuer Ehemann.
Regisseur Gianni Di Gregorio über seinen Film:
Es gibt eine Sache, auf die wir Menschen offenbar nicht verzichten können: die Familie. Was gibt es denn Schöneres als die Familie? Und was gibt es Anstrengenderes als die Familie mit ihrer unermesslichen Last an Liebe, die jeden persönlichen Ehrgeiz, jede Sehnsucht nach Freiheit und Frieden erdrückt? Dieser Film ist der Familie gewidmet und damit der Liebe, dieser Kraft, die uns Dinge tun lässt, von denen wir nie geglaubt hätten, dass wir sie tun könnten, und die uns gleichzeitig zu fleißigen Ameisen, aber auch zu epischen Heldinnen und Helden macht.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=2
Ein reicher, verwitweter Professor sammelt in seinem Haus in Rom Gruppenbilder von Familien, doch echte Menschen hat er schon lange nicht mehr um sich. Als sich im Obergeschoss seines großzügigen Palazzos die leichtlebige Marchesa Brumonti mit ihrem Anhang einnistet, wird seine Ruhe empfindlich gestört. Gegen seinen Willen wird er in Affären und Auseinandersetzungen verwickelt, doch der junge Liebhaber der Marchesa, Konrad, fasziniert ihn …
In seinem preisgekrönten Alterswerk widmet sich Visconti abermals der Vergänglichkeit, der Schönheit und dem Verlangen, inszeniert meisterhaft den Zusammenprall gegensätzlicher Milieus. In den Hauptrollen brillieren Burt Lancaster („DER LEOPARD“), Silvana Mangano (TOD IN VENEDIG) sowie Viscontis eigene Entdeckung Helmut Berger („DIE VERDAMMTEN, LUDWIG II.) als scheinbar skrupelloser Gigolo mit verborgenen Seiten.
Filmkritiker Piero Spila über den Film:
GRUPPO DI FAMIGLIA IN UN INTERNO ist ein Film aus dem Jahr 1974, den Luchino Visconti aufgrund seiner Krankheit, die ihn schließlich zum Tod führen sollte, im Rollstuhl drehte. In seinem Zustand hatte Visconti an einen Film gedacht, der ohne allzu großen Aufwand vollständig im Studio gedreht werden konnte. Er war jedoch sehr stolz und vor allem ein Perfektionist: Schon bald nahm der Film die Dimensionen einer großen und sorgfältig vorbereiteten Produktion an, wenn auch eines „Kammerfilms“, in dem Bewusstsein (so Visconti), dass „ein Streichquartett von Schubert nicht weniger wert ist als eine Sinfonie von Mahler“. Mit Burt Lancaster, der sich für die Darstellung des alten Professors direkt von Visconti selbst inspirieren ließ und ihn sogar bei seinen alltäglichen Gesten beobachtete, sowie einer außergewöhnlichen Silvana Mangano in den Hauptrollen war der Film glanzvoll besetzt.
GRUPPO DI FAMIGLIA IN UN INTERNO ist weit mehr als ein Schwanengesang, es ist ein echtes filmisches Vermächtnis, das einige Leitmotive des Menschen und Künstlers Visconti wieder aufgreift. Einerseits die soziale und politische Dimension, die in seinem Kino stets präsent ist (im Film geht es um Terrorismus und Gefahren für die Demokratie), andererseits die aristokratische und empfindsame Seele eines Autors, der seinem Mythos stets gerecht wurde und eine zentrale Figur der italienischen Kulturszene war.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=6