Wir feiern Kinojubiläum! Im Oktober 1971 begann Cinema Quadrat, als erstes kommunales Kino in Baden-Württemberg und als drittes deutschlandweit, besondere Filme auf besondere Weise zu zeigen. Mit unserem Jubiläums-Filmprogramm tauchen wir ein in die 1970er und blicken mit drei Filmen auf Alltag und Politik in der Bundesrepublik, in einer Zeit von Radikalität, von Umwälzung, von Frauenpower.
Zur Geschichte von Cinema Quadrat: www.cinema-quadrat.de/ueber-uns/#vereinsgeschichte

Ein einmaliges Zeitdokument über die angespannte RAF-Situation in Deutschland im Herbst 1977: Zehn namhafte Filmemacher, darunter Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und Edgar Reitz, beziehen ganz subjektive Positionen und formulieren einen außergewöhnlichen Kompilationsfilm.
Herbst 1977: Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer; Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut; Tod und Begräbnis der RAF-Häftlinge Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe und Andreas Baader. In der Collage aus teils dokumentarischen, teils szenischen Episoden geht es unter anderem um ein Gespräch zwischen Rainer Werner Fassbinder und seiner Mutter, um die Zensierung einer Antigone-Inszenierung, um eine Geschichtslehrerin, die mit den Folgen des Radikalenerlass konfrontiert ist.
In Kooperation mit MARCHIVUM Mannheim
Einführung: Harald Stockert, Direktion MARCHIVUM

Grischa, Schauspielerin, und Heinrich, Schauspieler, verlieben sich. Doch während sich Grischa politisch engagiert, ergeht sich Heinrich in Lethargie und Enttäuschung nach den Utopien der Studentenbewegung. Und Grischa wird schwanger…
Ein Kultfilm der feministischen Bewegung, ein Stimmungsbild der Nach-68er-Zeit, in der sich alternative Lebensformen etablierten und neue Parteien formierten – ein Film direkt aus der Autonomiebewegung von Frauen, die auf der Straße „Mein Bauch gehört mir!“ skandierten. Ein Film über den Widerstreit des Politischen und des Privaten, der sein sensibles Porträt der Identitätssuche eines jungen Paares mit dokumentarischen Aufnahmen, etwa von Demonstrationen gegen das Abtreibungsverbot, verbindet.
Einführung: Elvira Richter, ehem. Geschäftsführerin von Cinema Quadrat
Vorprogramm: „12 Täume von ’77“ (richter+schwartzkopff, 12 Min.): Poppige Sound-Fotodokumentation über die idealistischen Utopien in Mannheim/Heidelberg in den 1970ern, von der ökologischen Landkommune über kämpferische Fraueninitiativen bis zum fernöstlich orientierten Makrobiotiker und last but not least zu enthusiastischen Cineasten.

Als der Besitzer des Mietshauses stirbt, in dem die 81jährige Lina Braake wohnt, fällt das Haus der Bank zu. Sie muss ins Altenheim. Dort findet sie in dem wegen verschiedenen Betrügereien entmündigten Gustav Härtlein den richtigen Komplizen, um sich an der Bank zu rächen.
Mit seinem Debütfilm gelang Bernhard Sinkel einer der großen Erfolge des Neuen Deutschen Films – er zeigt ein frühes Beispiel für die Probleme der Gentrifizierung: „Nicht einschüchtern lassen – wenn es nur das wäre, was diese Komödie vermittelt, es wäre schon viel.“ (Frankfurter Rundschau 1975)
Empfang mit Lichtinstallation im Kinofoyer von Benjamin Sandro Jantzen, Videodesigner
Grußwort: Peter Bär, 2. Vorsitzender Cinema Quadrat e.V.
Filmvorführung und anschließend Get-Together