Am 1. Juni 1926 wurde einer der größten Filmstars überhaupt geboren: Marilyn Monroe präsentierte ihre aufsehenerregende sexuelle Ausstrahlung mit der Unschuld eines Kindes und wurde so zur Traumfrau der 1950er – und weit darüber hinaus. Doch sie wollte nie als bloßes Sexsymbol gesehen, sondern als Schauspielerin wahrgenommen werden. Mit fünf Filmen zeigen wir die Bandbreite ihrer darstellerischen Kunst.
„Diamonds Are a Girl’s Best Friend“: Showgirl Lorelei Lee ist materialistisch eingestellt, dementsprechend reist sie mit ihrer Freundin Dorothy auf einem Schiff nach Europa, wo sie den reichen Gus heiraten will. Dessen Vater aber vermutet monetäre Motive bei Lorelei, weshalb er einen Detektiv auf sie ansetzt. Dass Lorelei sich an Bord mit einem alten Millionär anfreundet und dass sich der Detektiv und Dorothy ineinander verlieben hilft keineswegs, die Dinge zu klären.
Jane Russell wurde als Star des Films besetzt, ihre Gage war zehnmal höher als die von Marilyn Monroe. Doch Monroes Karriere startet mit dieser Rolle als oberflächlich-attraktive Lorelei durch, die nur, wenn es brenzlig wird, ihren Verstand einsetzt: Marilyn Monroe wurde zum quintessenziellen Sexsymbol.
George und Rose wohnen in einem Bungalow auf der kanadischen Seite der Niagara-Fälle – scheinbar eine liebevolle Ehe mit einer Frau, die sich sehr um ihren vom Koreakrieg traumatisierten Mann sorgt. In Wirklichkeit hat Rose einen Geliebten, mit dem sie den Mord an ihrem Mann plant. Doch nicht George, sondern Ted wird am Fuße der Fälle tot aus dem Wasser gefischt, und George weiß, dass Rose hinter dem missglückten Mordanschlag steckt…
Ein Film Noir in Technicolor, bei dem sich im brausenden Wasser die gequälte amerikanische Seele spiegelt; ein psychologisch klug konzipierter Thriller mit einer Marilyn Monroe, die als blonde Femme fatale ihre darstellerische Bandbreite schon zu Beginn ihrer Weltkarriere beweist.
Im Vorfeld der Krönungsfeierlichkeiten von George V. 1911 in London lernt Großherzog Karl, Prinzregent des Balkan-Reichs Karpathien, die Tänzerin Elsie kennen. Er lädt sie in seine Gemächer. Sie erliegt nicht den Annäherungsversuchen des verwitweten Aristokraten, verliebt sich allerdings. Mit ihrer entwaffnenden Nonchalance wird sie nicht nur Zofe der Königinmutter, sondern kann auch eine karpathische Revolution im Keim ersticken und Karl davon überzeugen, die Demokratie einzuführen.
Marilyn Monroe produzierte diesen Film selbst: eine romantische Komödie vor den politischen und diplomatischen Umtrieben vor dem Ersten Weltkrieg. Monroe und Regisseur und Co-Star Laurence Olivier gerieten sich legendär in die Haare, doch spielt sie hier eine ihrer besten Rollen.
Chicago im Jahr 1929. Die Barmusiker Joe und Jack waren zur falschen Zeit am falschen Ort und haben jetzt eine Gangsterbande auf den Fersen. In Frauenkleidern finden sie Unterschlupf in einer Damenkapelle, die gerade zu einem Gastspiel nach Florida aufbricht. Die beiden verlieben sich umgehend in die blonde Sängerin Sugar Kane – und üben in ihrer Damen-Verkleidung selbst gewisse Reize auf die Männerwelt aus.
Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon glänzen in dieser temporeichen Kriminalfarce-Dreiecksgeschichte, die mit herrlichem Witz und spritzigen Dialogen die Geschlechterklischees durcheinanderwirbelt. Für das American Film Institute die beste amerikanische Filmkomödie aller Zeiten!
Die ehemalige Nachtclubtänzerin Roslyn wird von drei Männern, dem alternden Cowboy Gaylord, dem Automechaniker Guido und dem Rodeoreiter Perce, umschwärmt. Die drei Männer plus Roslyn ziehen aus, um Wildpferde zu fangen – doch dann erfährt Roslyn, dass die gefangenen Tiere zu Hundefutter verarbeitet werden sollen. Der ursprünglich romantische Ausflug wird zur Konfrontation der unterschiedlichen Charaktere.
Stolze Männer, die schäbiger Arbeit nachgehen, eine Frau, die ihren Träumen nie gerecht werden kann: Dramatiker Arthur Miller, Ehemann von Marilyn Monroe, hat das Drehbuch geschrieben zu diesem modernen Western um Einzelgänger, die außerhalb der Gesellschaft stehen und kurzzeitig eine Gemeinschaft bilden. Es ist Monroes letzter Film: Sie spielt gegen ihr Rollenklischee – und gewinnt.